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Wasserkraft lässt die Lichter im Rathaus leuchten

Rodgau stellt Liegenschaften auf Ökostrom um / Einsparungen von mehr als 2100 Tonnen CO2 pro Jahr

RODGAU, 24. Februar 2010. Alle städtischen Liegenschaften in den Rodgauer Stadtteilen Dudenhofen, Hainhausen, Jügesheim und Weiskirchen werden von diesem Jahr an vollständig mit Ökostrom versorgt. Das hat die Stadt mitgeteilt. „Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und ein Zeichen für den Klimaschutz setzen“, berichtete Rodgaus Erste Stadträtin Hildegard Ripper. Der Vertrag mit der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) über den Bezug von Ökostrom ist ohne zeitliche Befristung geschlossen worden. Der Strom stammt aus Laufwasserkraftwerken in Österreich; Herkunft und Qualität werden vom TÜV Süd überwacht.

Den Umstieg auf den CO2-freien Strom der EVO hat die Stadt in den vergangenen Jahren in drei Schritten vollzogen: Seit Januar 2008 werden bereits der Bauhof, die Straßenbeleuchtung, die Feuerwehrhäuser, das Sportzentrum Dudenhofen, die städtischen Kindertagesstätten und viele weitere städtische Gebäude mit Ökostrom versorgt. Im Sommer 2009 ist die Kläranlage hinzugekommen. Seit Beginn dieses Jahres leuchten dank Wasserkraft auch die Lichter im Rathaus, im Bürgerhaus Dudenhofen und in den Sporthallen Jügesheim und Hainhausen.

Der Wechsel auf Ökostrom bekommt dem Klima dabei äußerst gut: Jahr für Jahr verbraucht die Stadt rund 4,3 Millionen Kilowattstunden Strom, wodurch mehr als 2100 Tonnen des schädlichen Treibhausgases emittiert wurde. „Das ist Vergangenheit“, machte Ripper deutlich. Die eingesparte Menge ist nach Angaben von EVO-Chef Michael Homann immens: Um 2100 Tonnen Kohlendioxid zu emittieren, müssten 875 VW Golf im Jahr jeweils 20.000 Kilometer weit fahren.

Wie Homann weiter ausführte, bestand der bisherige EVO-Strom für die Stadt Rodgau zu 66 Prozent aus fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Öl, zu 15 Prozent aus Atomkraft und zu 19 Prozent aus erneuerbaren Energien. „Dieser Energie-Mix war bereits klar besser als im bundesdeutschen Vergleich“, berichtete Homann. Im Durchschnitt stammen aktuell nur 15 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen.

Die Stadt Rodgau will in den Ortsteilen mit Bannern unter dem Motto „Klimaschutzgebiet Rodgau“ auf die Aktion aufmerksam machen und möglichst viele Bürger zum Umstieg auf Ökostrom bewegen. Für Stadträtin Ripper ist es höchste Zeit, Konsequenzen aus dem Klimawandel zu ziehen. Der Umstieg auf Ökostrom ist für sie ein wichtiger und konsequenter Schritt. Außerdem müsse die Stadt Energie intelligent sparen und effektiver einsetzen. „Einige meinen, dass bereits das Erzählte reicht. Ich meine, dass nur das Erreichte zählt.“ Klimaschutz und Energieeffizienz müssten daher höchste Priorität genießen.

Die Aktion zum Ökostrom verknüpfte sie mit einem Appell an die Bürgerschaft: „Umweltschutz fängt bekanntlich zu Hause an. Jeder sollte einmal seine Gewohnheiten überdenken. Muss ich wirklich mit dem Auto in den Supermarkt um die Ecke fahren? Oder meinen Computer die ganze Nacht laufen lassen? Umweltschutz ist eine Frage der Einstellung: Wenn wir alle etwas bewusster leben, dann können wir eine Menge bewegen. Da bin ich mir sicher.“

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Harald Hofmann

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Tel. 069/8060-3200
Fax 069/8060-3209
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