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Trinkwasserlexikon

Zu erklärende Begriffe
Blei | Kalzium | Kalium | Magnesium | Mangan | Natrium | Nitrat | Nitrit | pH-Wert | Wasserhärtegrad


Blei ... nach oben
Blei (Schwermetall) und seine Verbindungen gehören zu den starken Umweltgiften, die z.B. aus Abschwemmungen von Straßen und Dächern in die Gewässer bzw. in die Kläranlagen gelangen.
Bleileitungen existieren noch als Hausinstallation in älteren Gebäuden. Der Genuss bleikontaminierten Trinkwassers kann Erbgutschäden nach sich ziehen. Bleileitungen sollten umgehend ausgewechselt werden.

Grenzwert TrinkwV: 10 Mikrogramm /l


Kalium ... nach oben
In Grundwässern sind K+ -Ionen meist in viel geringeren Mengen enthalten als Na+-Ionen, da Kalium ein bedeutender Pflanzennährstoff ist.
Der menschliche Bedarf an Kalium beträgt etwa 2-3 g pro Tag.
Wirkungen auf die Wasseraufbereitung und auf das Rohrnetz sind bei Kalium nicht bekannt.

Seit 2003 ist der Grenzwert ersatzlos entfallen.


Kalzium ... nach oben
Ein erwachsener Mensch hat einen täglichen Kalziumbedarf von etwa 800 mg. Kalzium ist wichtiger Bestandteil für den Knochenbau und Fettstoffwechsel. Eine Blutgerinnung findet nur in Gegenwart von Kalzium statt.
Bei der Trinkwasseraufbereitung werden Kalziumcarbonat und Kalziumhydroxid zur Entsäuerung und Aufhärtung verwendet.
Kalzium ist im Trinkwasser ein wesentlicher Bestandteil der Wasserhärte und außerdem an der Ausbildung einer schützenden Schicht im Leitungsrohr beteiligt. In übersättigten Wässern kann es vor allem im Warmwasserbereich zu Ausfällungen und damit zu Rohrverkrustungen kommen.

Seit 2003 ist der Grenzwert ersatzlos entfallen.


Magnesium ... nach oben
Magnesium ist essentieller Pflanzennährstoff und somit auch in vielen Düngemitteln enthalten. Nach Kalzium ist Magnesium wesentlichster Bestandteil der Wasserhärte. Bei der Entsäuerung von Trink- und Brauchwasser mit Magnesiumverbindungen erfolgt eine Aufhärtung des Wassers.
Der tägliche Magnesiumbedarf eines Erwachsenen beträgt etwa 325 mg. Magnesium ist im Körper in den Knochen, Skelettmuskeln, im Nervensystem und in der Leber zu finden. Sollte Magnesium im Körper fehlen, kann es zu Muskelkrämpfen kommen. Magnesiummangel begünstigt zudem die Verengung von Arterien und den Herzinfarkt.

Seit 2003 ist der Grenzwert ersatzlos entfallen.


Mangan ... nach oben
Mangan ist Bestandteil einer Vielzahl von Erzen und tritt häufig in eisenhaltigen Grundwässern auf. Beim Menschen ist Mangan z.B. an der Regulierung des Kohlenhydrat- und Cholesterinstoffwechsels beteiligt und spielt eine Rolle bei der Entwicklung des Skeletts. Die empfohlene Aufnahmemenge beträgt etwa 2-3 mg Mn pro Tag (Nahrungsaufnahme, schwarzer Tee).
Nicht ausreichend entferntes Mangan kann im Trinkwasser zu braun-schwarzen Trübungen führen. Kaliumpermanganat ist ein nach TrinkwV zugelassener Stoff zur Oxidation und Desinfektion von Rohrleitungen.
Geringe Mengen an Mangan führen über lange Zeiträume zu Ablagerungen im Rohrnetz. Bei Betriebsumstellungen (andere Strömungsverhältnisse, Fließrichtungsumkehr, Umstellung auf Fernversorgung) können diese Ablagerungen aufgewirbelt werden und zu den schon oben genannten Trübungen führen.

Grenzwert TrinkwV: 0,05 mg/l Mn


Natrium ... nach oben
Meerwasser enthält ca. 10,5 g/l Na. Die empfohlene Menge für die tägliche Zufuhr von Natrium liegt bei 2-3 g (Mindestbedarf), die durchschnittlich mit der Nahrung aufgenommene Menge zwischen 5 und 20 g pro Tag. Wirkungen auf die Wasseraufbereitung und auf das Rohrnetz sind bei Natrium nicht bekannt.

Grenzwert TrinkwV: 200 mg/l


Nitrat ... nach oben
Nitrat kommt im Boden als Produkt biologischer Prozesse vor. Pflanzen nehmen Stickstoff in Form von Nitrat oder Ammonium als Nährstoff auf und entziehen ihn so dem Boden. Bei landwirtschaftlich genutzten Böden wird dieser Stickstoffverlust durch Düngung kompensiert. Nitrat kann in Form von Mineraldünger oder organischem Dünger (Gülle, Mist usw.) aufgebracht werden. Durch intensive Landwirtschaft verdreifachte sich in der Bundesrepublik der Verbrauch von Kunstdünger innerhalb von 20 Jahren.
Während Stickstoff früher ein Mangelelement im Boden darstellte, liegt heute infolge von Überdüngung eher ein Überangebot in Form von Nitrat vor, was im Grundwasser zu zunehmenden Problemen führt. Stickstoffdüngung außerhalb der Vegetationsperiode kann zum sprunghaften Anstieg der Nitratkonzentration im Grundwasser führen.
Die durchschnittliche Aufnahme von Nitrat über Nahrungsmittel beträgt etwa 75 mg pro Person und Tag. Die Toxizität von Nitrat selbst ist relativ gering. Säuglinge können bei erhöhter Nitrataufnahme durch die Nahrung gefährdet sein, weil dadurch der Sauerstofftransport im Blut gestört werden kann. Dieses Krankheitsbild ist bei eingehaltenem Grenzwert nach TrinkwV für Trinkwasser praktisch bedeutungslos.
Die eigentliche Gefahr von Nitrat liegt bei einer möglichen Reduktion zu Nitrit im Organismus oder in nitrathaltigen Lebensmitteln bei längerer Lagerung.

Grenzwert TrinkwV: 50mg/l NO3-


Nitrit ... nach oben
Nitrit ist Bestandteil des Stickstoffkreislaufs im Boden und kommt als Zwischenprodukt bei der Oxidation zu Nitrat oder Reduktion von Nitrat vor. Die Umsetzung erfolgt meist in wenigen Stunden. Nitrithaltiges Pökelsalz wird in der Lebensmittelindustrie verwendet.
Durchschnittlich nimmt jeder Erwachsene 3,3 mg/Tag Nitrit auf, davon etwa 50% aus Fleischerzeugnissen.
Mit in Lebensmitteln möglicherweise vorkommenden Aminen können aus Nitrit kanzerogene Nitrosamine (u. U. krebserzeugende Stoffe) entstehen.

Grenzwert TrinkwV: 0,5 mg/l NO2- u. 0,1 mg/l NO2- (Ausgang Wasserwerk)


pH-Wert ... nach oben
Der pH-Wert zeigt das Verhältnis der im Wasser enthaltenen Säuren und Alkalien an. Man kann ablesen ob das Wasser sauer, neutral oder alkalisch reagiert.
Ist der pH-Wert kleiner als 7, gilt das Wasser als sauer, 7 bedeutet neutral und ist der Wert größer als 7 so ist das Wasser basisch.


Wasserhärte ... nach oben
Für viele Stoffe ist Wasser ein besonders gutes Lösungsmittel. So löst es z.B. die anregenden Stoffe im Kaffee oder Tee. Da diese Lösungskraft auch im Boden wirkt, enthält das Wasser als natürlichen Bestandteil nach seinem Aufenthalt im Boden eine Reihe gelöster Stoffe wie Kalzium und Magnesium, die überwiegend als Salz im Boden vorhanden sind. Je nach geologischen Verhältnissen im Untergrund ist der Anteil dieser im Wasser gelösten Stoffe unterschiedlich.
Unter Wasserhärte wird die Konzentration von Kalzium und Magnesium verstanden: Je höher deren Anteil ist, desto härter ist das Wasser. Kalzium und Magnesium werden deshalb auch als Härtebildner bezeichnet. Die Härte wird in Millimol pro Liter (mmol/l) oder Grad deutscher Härte (°dH) angegeben. Nach § 7 des Waschmittelgesetzes wird Wasser unterschiedlicher Gesamthärte in 3 Härtebereiche eingeteilt.

Die Wasserhärte ist für das Waschen von Bedeutung: Die Härtebildner verringern die Waschkraft von Waschmitteln. Die Auswirkung der Wasserhärte wird deshalb von den meisten Waschmitteln durch die Zugabe von Phosphaten gemildert. Phosphate haben allerdings den Nachteil, dass sie die Flüsse und Seen mit Nährstoffen "überdüngen". Dadurch kommt es häufig zu übermäßigem Wachstum von Algen und Plankton, die später absterben, dem Flusswasser Sauerstoff entziehen und schädliche Zersetzungsprodukte bilden. Durch richtige Waschmitteldosierung, die abhängig ist von der jeweiligen Wasserhärte, kann ein wichtiger Beitrag zum Gewässerschutz geleistet werden.

Grundsätzlich gilt: Je weicher das Wasser ist, desto weniger Waschmittel soll verwendet werden. Die Waschmittelindustrie ist nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln (Waschmittelgesetz) verpflichtet, bei phosphathaltigen Wasch- und Reinigungsmitteln abgestufte Dosierungsempfehlungen für die Wasserhärtebereiche 1 bis 3 anzugeben und diese auf den Verpackungen deutlich sichtbar aufzudrucken.
Ebenso sind die Wasserversorgungsunternehmen nach § 8 des Waschmittelgesetzes verpflichtet, Verbrauchern den Härtebereich des abgegebenen Trinkwassers mindestens einmal jährlich auf geeignete Art bekannt zugeben.

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Härtebereich Deutsche Härtegrade (°dH)
I. weiches Wasser 0 - 8,4° dh
II. normalerweise ideales Wasser 8,4 - 14° dH
III. hartes Wasser mehr als 14° dH

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