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14.10.2019

Als der Strom nach Dreieich kam

EVO-Wanderausstellung "100 Jahre Strom" im Dreieicher Rathaus bis Anfang November zu sehen / Elektrifizierung des Kreises begann von Offenbach aus

DREIEICH, 14. Oktober 2019. Auf ihrer Tour durch Stadt und Kreis Offenbach macht die Wanderausstellung „100 Jahre Strom“ auch Station im Foyer des Dreieicher Rathauses. In Kooperation mit der Stadt Dreieich und den Stadtwerken Dreieich zeigt die Ausstellung der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) anhand von Informationstafeln und Exponaten, wie vor rund 100 Jahren von Offenbach aus die Elektrifizierung des Lebens im Landkreis begann. Denn Anfang des 20. Jahrhunderts war es das Überlandwerk Offenbach, das in Stadt und Kreis die ersten Stromleitungen verlegt und so die elektrisch betriebene Moderne in der Region und somit auch im heutigen Dreieich auf den Weg gebracht hat. „Wir freuen uns, ein Stück regionaler Zeitgeschichte bei uns zeigen zu können“, sagte Bürgermeister Martin Burlon bei der heutigen Eröffnung.

Die Ausstellungsbesucher erfahren zum Beispiel, dass in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg – also vor rund 100 Jahren – das Überlandwerk am Offenbacher Nordring gewissermaßen die Wiege der regionalen Stromversorgung war;  genau dort, wo auch heute noch die EVO ihren Sitz hat. Bereits 1913 sprachen sich die Gemeinden Dreieichenhain, Sprendlingen und Offenthal für einen Stromanschluss aus, doch es sollten noch einige Jahre und öffentliche Debatten folgen, bis es tatsächlich so weit war: „Der Weg in die Moderne dauerte in Sprendlingen letztlich bis 1925. Dann erleuchteten die ersten elektrischen Lichter die Häuser und Straßen der Gemeinde“, sagte EVO-Technikvorstand Günther Weiß. Seitdem arbeiten die Vorgängerkommunen und später die Stadt Dreieich bei der Etablierung und dem Ausbau des Stromnetzes eng mit Offenbach zusammen. „Eine bis heute bewährte Partnerschaft, die vor 100 Jahren ihren Anfang nahm“, urteilte Stadtwerkechef Steffen Arta.

Diese Zusammenarbeit soll auf weiteren Feldern ausgebaut werden. „Aktuell kooperieren wir mit der EVO zum Beispiel in Sachen Bildungspartnerschaft. Gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt wollen wir dabei Kindern an Grundschulen über den Klimawandel und seine Folgen aufklären“, führte Arta aus. Bei der Bildungspartnerschaft beantworten Experten die Fragen von Schülern zur regenerativen Energieversorgung, zum Treibhauseffekt, zum Energiesparen und zur Müllvermeidung. Zusammen mit den Lehrern gestalten die Energieberater Schulstunden oder steuern Beiträge für Projektwochen bei. „Das geschieht auf spielerische und anschauliche Art“, ergänzte Günther Weiß. „Wir liefern dabei die Fakten für die junge Friday-for-Future-Generation. Denn mit dem Klimaschutz kann man gar nicht früh genug anfangen.“

Nach Auffassung von Arta setzt die heutige Jugend unverkennbare Zeichen bei dem für sie wichtigsten Zukunftsprojekt: der Bekämpfung der durch den Mensch verursachten Klimafolgen. Arta weiter: „Gerade beim Thema Klimaschutz können wir als Energieversorger gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Bildungspartnerschaft viel bewirken – lokal, vor Ort, zum Anfassen!“

Die EVO bietet für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen zudem Führungen durch ihr Müllheizkraftwerk an und öffnet ihre Lehrwerkstatt, in der sie ihre Ausbildungsberufe dem Nachwuchs präsentiert. Die Stadtwerke Dreieich ergänzen dieses Angebot mit Führungen durch Hessens größten Solarpark und dem Dreieicher Wasserwerk.

Die Wanderausstellung war zuvor in Offenbach, Seligenstadt, Mainhausen, Langen, Rodgau und Neu-Isenburg zu sehen. In Dreieich kann sie in den Öffnungszeiten des Rathauses montags, donnerstags und freitags von 8 bis 12 Uhr sowie dienstags  von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr besucht werden. Mittwochs hat das Rathaus von 14 bis 19 Uhr geöffnet sowie an jedem ersten und dritten Samstag im Monat von 8:30 bis 12 Uhr. Die Ausstellung „100 Jahre Strom“ ist im Dreieicher Rathaus bis zum 4. November 2019 zu sehen.



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