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01.10.2020

Vorreiter bei der Klärschlamm-Verwertung

EVO modernisiert MHKW / Trotz Corona-Krise im Zeitplan / Großbaustelle bis zum Jahresende

STADT UND KREIS OFFENBACH, 1. Oktober 2020. Tief unten im Kesselhaus lässt ein Schweißgerät Funken fliegen; draußen kommen Sattelschlepper und bringen tonnenschwere Stahlträger. Überall auf dem Gelände sind Schlosser, Gerüstbauer, Elektriker und Messtechniker mit Schutzweste und Helm bei der Arbeit. Vorbei an Zementsäcken und einem metergroßen Zahnrad kurvt ein Gabelstapler; nebenan ragen schon die verschalten Mauern einer neuen Halle in die Höhe. Das Gelände des Müllheizkraftwerks (MHKW) im Offenbacher Stadtwald an der Autobahn 3 ist seit Monaten eine einzige Großbaustelle. Errichtet wird eine Anlage zur thermischen Verwertung von Klärschlämmen – eine der ersten ihrer Art in Deutschland. „Zum Glück sind die Arbeiten trotz Corona im Zeitplan“, berichtet Dr. Christoph Meier, Vorstandsvorsitzender der Energieversorgung Offenbach AG (EVO). 

Bis zum Ende des Jahres soll alles wie geplant fertig sein: „Wir zählen schon die Tage bis zur Inbetriebnahme“, führt Dr. Meier aus. Im MHKW gehen Abfälle nicht einfach in Rauch auf – bei der Verbrennung wird Energie in Fernwärme und Strom verwandelt. Bisher war die Anlage für 250.000 Tonnen Abfälle im Jahr ausgelegt, die aus der gesamten Rhein-Main-Region stammen. Jetzt wird das MHKW im laufenden Betrieb um die Verwertung von bis zu 80.000 Tonnen Klärschlamm im Jahr erweitert. Die EVO beschäftigt sich seit rund drei Jahren mit diesem Thema, „ein Genehmigungsbescheid liegt uns seit Januar 2019 vor“, sagt Technikvorstand Günther Weiß bei einer Begehung der Baustelle vor Journalisten.

Die Klärschlämme fallen nach Worten von Weiß als Endprodukt bei der Aufbereitung des Abwassers in kommunalen Kläranlagen an und wurden bisher als Dünger in der Landwirtschaft ausgebracht. Damit ist nach dem Willen von Bundesregierung und Europäischer Union bald Schluss: Denn diese Praxis führte zu einer wachsenden Nitrat- und Schwermetallbelastung der Böden und des Grundwassers. Um die Trinkwasserreserven zu schonen, sollen Klärschlämme grundsätzlich nicht mehr als Dünger eingesetzt, sondern in eigens dafür konzipierten Anlagen verbrannt werden. Der politische Wille basiere auf einem klaren gesellschaftlichen Konsens, sagt Weiß weiter. „Wir kennen keinen, der an der ökologischen Sinnhaftigkeit des Projekts zweifelt.“

Niemand sei daran interessiert, weiterhin mit Klärschlämmen die Äcker zu düngen. Aus gutem Grund: Neben den Nitraten reichern sich Mikroplastik, Reste aus Medikamenten, Metalle wie Blei, Cadmium, Kupfer oder Zink und Hormone im Klärschlamm an und gelangen bisher über die Ausbringung auf den Feldern nicht nur ins Grundwasser, sondern auch in die gesamte Nahrungskette. „Im MHKW können dagegen die Schadstoffe mit modernster Technik unschädlich gemacht werden. Unsere Anlage hält auch die strengsten Emissionsgrenzwerte ein“, hebt der Technikvorstand hervor. 

Während die organischen Stoffe der Klärschlämme bei der Verbrennung in unschädliche Bestandteile aufgespalten werden, ist der Pflanzennährstoff Phosphor für die EVO der willkommene Rest. Denn dieser Rohstoff muss derzeit größtenteils importiert werden. Bis zu 10 Prozent hochkonzentrierter Phosphor wird sich den Berechnungen zufolge in der Asche befinden. Sie soll zur Rückgewinnung des Phosphors und seiner Verbindungen weiterverwendet werden. „Wir treffen schon jetzt Vorbereitungen für die Wiederverwertung von Phosphor, die wir in der nächsten Projektphase umsetzen werden“, erläutert Weiß.  

Dass es im MHKW einmal so riecht wie in einer Kläranlage, wird mit Hilfe ausgeklügelter Technik verhindert: Die Luft im Annahmebunker wird abgesaugt und der Verbrennung zugeführt. So werden mit dem getrockneten Klärschlamm auch gleich die geruchsbildenden Stoffe mitverbrannt. Wird der Annahmebunker zum Befüllen geöffnet, sorgt Unterdruck dafür, dass die Umgebungsluft in den Bunker strömt, anstatt Gerüche nach draußen dringen. Weiß erinnert daran, dass die EVO im MHKW bereits vor rund drei Jahren eine neue Rauchgasreinigungsanlage und eine hocheffiziente Dampfturbine eingebaut hatte. So kann das Kraftwerk noch mehr Energie im umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplungsverfahren (KWK) erzeugen. „Alles in allem investieren wir in die Modernisierung des MHKW rund 50 Millionen Euro“, fasst der EVO-Vorstand zusammen.

Kraftwerksleiter Markus Gegner macht beim Rundgang über die Großbaustelle deutlich, dass „unsere Technik in Deutschland für die Behandlung von Klärschlämmen noch nicht verbaut worden ist. Wir betreten hier Neuland“. Die EVO setzt dabei zwei sogenannte Drehrohre ein – rund 20 Meter lang und mit einem Durchmesser von 2,50 Metern – in denen die Klärschlämme verbrannt werden. Aktuell wird die Annahmehalle errichtet und die gesamte Verfahrenstechnik installiert. Bis zum Spätherbst steht der Bau der kompletten Verrohrung samt Pumpen und sonstiger Technik auf dem Programm. Daran schließt sich der Testbetrieb der Anlage an. 

Die Bauarbeiten sind technisch komplex, besonders herausfordernd ist nach Worten von Gegner die räumliche Enge: „Das ist kein Grüne-Wiese-Projekt. Wir bauen einen Großteil der Verfahrenstechnik in den vorhandenen Baukörper hinein.“ Im Normalbetrieb arbeitet das MHKW mit einer Belegschaft von 70 Mitarbeitern. Durch die Arbeiten kommen auf gleichem Raum bis zu 170 weitere Beschäftigte von Firmen wie etwa ABB oder Mitsubishi Hitachi Power Systems dazu – und das alles bei laufendem Betrieb.  

Die Arbeiten auf engstem Raum werden durch die besondere Situation mit dem Corona-Virus erschwert – „wir haben daher einen umfangreichen Hygieneplan erstellt“, berichtet Jörg Keller, Sicherheitsingenieur der EVO. Für die zusätzlichen Arbeitskräfte habe die EVO einen zentralen Anmeldeprozess eingerichtet. Bevor Firmen auf das Gelände dürfen, müssen sie Schulungen zu Sicherheitsaspekten absolvieren und sämtliche Mitarbeiter namentlich benennen. „Wir wissen zu jeder Zeit, wer sich auf dem Gelände aufhält. Jeder wird lückenlos erfasst“, hebt der Sicherheitsingenieur hervor. 

Um die Infektionsgefahr zu minimieren, werden Gruppen gebildet, die an einem Gewerk arbeiten. Diese Gruppen müssen auf der Baustelle Abstand zu allen anderen Gruppen halten und erhalten Zutritt nur zu einem definierten Bauabschnitt, was durch permanente Überprüfungen sichergestellt wird. Die wichtige Leitwarte ist für externes Personal generell tabu. Damit das Risiko einer Erkrankung klein bleibt, betreibt die EVO einen immensen Aufwand: Der Versorger hat ein eigenes Containerdorf mit 30 Containern errichtet, in denen separate Duschen, Toiletten und Ruheräume untergebracht sind. 

Jede Gruppe verfügt somit nicht nur über einen eigenen Arbeitsbereich, sondern auch über eigene Räume und Toiletten. Für diese Beschäftigten wurden sogar fünf Raucherzonen geschaffen, um Kontakte zu verringern. Eine Essensausgabe steht den Gruppen nur zu festgelegten Zeiten zur Verfügung und wird nacheinander genutzt. Sämtliche neuralgischen Punkte werden mehrfach täglich gereinigt und desinfiziert. „Im Infektionsfall wollen wir es erreichen, dass nicht alle Beschäftigten, sondern nur die jeweilige Gruppe nach Hause in die Quarantäne geschickt werden muss“, berichtet Keller weiter.

Überall auf dem Gelände hängen Plakate mit Hygienehinweisen – in deutscher, englischer, polnischer, türkischer und rumänischer Sprache. Das gesamte Konzept sei in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Offenbach entwickelt worden. „Wir haben den Corona-Virus von Anfang an sehr ernst genommen“, sagt Keller weiter und verweist auch auf den EVO-Krisenstab, der seit dem 10. März dreimal wöchentlich unter dem Vorsitz des Vorstands tagt. 

Selbst auf die von Fachleuten befürchtete „zweite Welle“ im Herbst ist die EVO vorbereitet: Falls massenhaft Infektionen auftreten, haben viele EVO-Kraftwerker ihre Bereitschaft signalisiert, sich im MHKW isolieren zu lassen. „Das hier ist nicht irgendeine Anlage, das ist „ihr“ Kraftwerk – und das lassen unsere Leute nicht im Stich“, beschreibt Weiß die hohe Identifikation der Kraftwerker mit ihrem Arbeitsplatz.  

Falls alle Stricke reißen, sei der Isolierbetrieb für mehrere Wochen geplant. „Wir liefern notwendige Fernwärme und Strom und entsorgen die Abfälle aus der Region. Selbst das Klinikum Offenbach wird von hier aus mit Wärme versorgt. Wir unternehmen daher alles, damit der Betrieb in jeder Situation fortgeführt werden kann“, fügt Dr. Meier hinzu.  Angeschafft wurden daher Feldbetten und Waschmaschinen, Getränke und Tausende von Essensrationen, Tiefkühlschränke und Duschen. Selbst an ein Unterhaltungsprogramm mit Spielen und DVD-Filmen hat die EVO vorsorglich gedacht, damit bei den kasernierten Beschäftigten im Notfall nicht zu schnell Langeweile aufkommt. 



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