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13.12.2019

100 Jahre Strom im Kreishaus

EVO-Wanderausstellung bis Ende Januar zu sehen / Elektrifizierung des Kreises begann von Offenbach aus

DIETZENBACH, 12. Dezember 2019. Ein Jahr lang war die Wanderausstellung „100 Jahre Strom“ in Stadt und Kreis Offenbach unterwegs – auf ihrer vorerst letzten Station ist sie von heute an bis zum 30. Januar 2020 im Kreishaus Dietzenbach zu sehen. „Ich freue mich, dass die Ausstellung zum Abschluss ihren Weg zu uns gefunden hat, denn sie zeigt eindrucksvoll ein Stück Zeitgeschichte unserer Region“, sagte Landrat Oliver Quilling bei der heutigen Eröffnung. „Es ist spannend zu sehen, was sich in den Jahrzehnten alles verändert hat. Vor 100 Jahren hätte auch noch niemand gedacht, dass ein Kreishaus einmal seinen Strombedarf aus zu 100 Prozent CO2-frei erzeugtem Ökostrom decken würde, so wie es heute hier der Fall ist.“

Konzipiert worden ist die Ausstellung von der Energieversorgung Offenbach AG (EVO), die sie in den vergangenen Monaten in insgesamt acht Städten und Gemeinden des Kreises präsentiert hatte.  Anhand von Informationstafeln und Exponaten zeigt die Ausstellung anschaulich, wie vor rund 100 Jahren von Offenbach aus die Elektrifizierung des Lebens im Landkreis begann. Denn Anfang des 20. Jahrhunderts war es das Überlandwerk Offenbach, das in Stadt und Kreis die ersten Stromleitungen verlegt und so die elektrisch betriebene Moderne in der Region auf den Weg gebracht hat.

„Die Ausstellungsbesucher erfahren zum Beispiel, dass das Überlandwerk am Offenbacher Nordring gewissermaßen die Wiege der regionalen Stromversorgung war – und zwar genau dort, wo wir auch heute noch unseren Sitz haben“, sagte Dr. Christoph Meier, EVO-Vorstandsvorsitzender. Seinen Worten zufolge hat bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 das städtische Überlandwerk mit 15 Kreiskommunen entsprechende Konzessionsverträge abgeschlossen. Den Anfang machte dabei die Stadt Neu-Isenburg, die als erste Kommune im Kreis ihren Strom aus Offenbach bezog.

Richtig los ging es mit der Elektrifizierung jedoch erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Eine feste Verbindung über den Main zwischen Klein- und Groß-Auheim mit dem Kraftwerk Dettingen markiert den Beginn des Verbundbetriebs. Heusenstamm und Rembrücken erhalten im Jahr 1919 erstmals elektrisches Licht aus Offenbach. In den Jahren danach wird das Stromnetz zudem mit dem Netz der Preußischen Kraftwerk Oberweser AG, der späteren PreußenElektra AG, verbunden. Der Leitungsbau im Kreis erfolgt über ein Ringleitungsnetz von Offenbach über Bieber, Heusenstamm, Dietzenbach, Langen, Sprendlingen und Neu-Isenburg zurück nach Offenbach. In Heusenstamm zweigt eine Hochspannungsleitung ab nach Rembrücken, Jügesheim und Dudenhofen. Eine dritte Leitung verbindet Offenbach mit Mühlheim, Dietesheim, Steinheim und Seligenstadt. Bis 1925 sind nahezu alle Kreiskommunen an das Überlandwerk Offenbach angeschlossen. Doch es dauert noch bis zum Jahr 1927, bis mit Lämmerspiel auch die letzte Kommune im Kreis ihren Strom aus Offenbach bezieht.

Die Wanderausstellung war zuvor in Offenbach, Seligenstadt, Mainhausen, Langen, Heusenstamm, Rodgau, Neu-Isenburg und Dreieich zu sehen. Im Kreishaus Dietzenbach, Werner-Hilpert-Straße 1, kann sie montags bis freitags zu den Öffnungszeiten von 7:30 bis 17 Uhr besucht werden. Die Ausstellung ist bis zum 30. Januar zu sehen.



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