24. September 2026
Notwendige Investitionen lassen Preise steigen
EVO und EVD erhöhen Fernwärme-Tarife zum Oktober 2026 / Grund ist Aufbau zukunftssicherer Wärmeerzeugung

OFFENBACH/DIETZENBACH, 24. September 2026. Die Fernwärmeversorgung in Stadt und Kreis Offenbach steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) investiert in den kommenden Jahren aufgrund gesetzlicher Vorgaben rund 200 Millionen Euro in den Umbau ihrer Wärmeerzeugung. Es handelt sich um das größte Wärmeprojekt in der Geschichte der EVO. Andererseits sind die hohen Investitionen ein wesentlicher Grund dafür, dass die Fernwärmepreise in der Region steigen.
Nach zwei Preissenkungen zum Oktober 2024 um 19 Prozent und zum Oktober 2025 um vier Prozent erhöhen EVO und die Energieversorgung Dietzenbach GmbH (EVD) jetzt die Preise. Ein Musterkunde mit einem Verbrauch von 18.000 kWh zahlt ab Oktober rund 370 EURO mehr im Jahr. Die Preise der Fernwärme-Tarife steigen um durchschnittlich 26 Prozent. Wie EVO und EVD weiter berichten, hängt die konkrete preisliche Veränderung vom jeweiligen Tarif und dem individuellen Verbrauchsverhalten ab. Im Vergleich zu den Fernwärmepreisen in ganz Deutschland liegen EVO und EVD auch nach der Erhöhung im Mittelfeld (Quelle: waermepreise.info, Zeitpunkt Juli 2026). Die nun anstehende Preiserhöhung hatten EVO und EVD schon vor rund einem Jahr angekündigt.
„Die Preiserhöhung fällt uns nicht leicht“, sagt EVO-Vertriebsleiterin Anja Haag. Dennoch seien die Investitionen notwendig, um die gesetzlichen Vorgaben zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung zu erfüllen und zugleich die Versorgungssicherheit für die Region langfristig zu gewährleisten. Folglich wird die EVO bekanntlich in den nächsten Jahren auf den Einsatz von Steinkohle verzichten. Zuvor soll das EVO-Energiewerk zu einem Zentrum für Dekarbonisierung erweitert werden. Dabei wird die Auskopplung von Abwärme deutlich erhöht, ohne eine einzige Tonne Abfall mehr zu verbrennen. Zudem soll die Fernwärme zunehmend aus Abwärme von Rechenzentren gewonnen werden. „Indem wir auf kurze Lieferketten und Energieträger aus der Region setzen, machen wir uns auch unabhängig von den weltweiten Energieimporten und bieten den Menschen somit ein hohes Maß an Unabhängigkeit“, berichtet Haag. Über die detaillierten Ausbaupläne hatte die EVO zu Beginn des Monats in der Presse und im Internet ausführlich berichtet.
Wie EVD-Geschäftsführer Guido Schick berichtet, haben in diesem und im vergangenen Jahr zahlreiche Fernwärmeversorger in Deutschland Preiserhöhungen angekündigt. Viele Versorger stünden vor der gleichen Herausforderung und müssten erhebliche Investitionen in eine moderne Wärmeversorgung tätigen, führen Schick und Haag weiter aus.
EVO und EVD werden in diesen Tagen ihre 3.300 Fernwärmekunden, darunter Eigenheimbesitzer, Industriebetriebe und Wohnungsgesellschaften in Offenbach, Heusenstamm, Dietzenbach und dem Neu-Isenburger Stadtteil Gravenbruch, mit einem Schreiben über die Preisänderungen informieren. Wegen des Umbaus der Erzeugungsstruktur ändert sich auch die Berechnungsgrundlage für den Fernwärmepreis. Daher haben die EVO und die EVD zum 1. Oktober 2026 eine neue Preisänderungsregelung eingeführt. Das neue Preissystem und die neuen Preise hatten EVO und EVD bereits vor einem Jahr erläutert und angekündigt.
Fernwärmekundinnen und -kunden der EVO können sich unter der kostenfreien Servicenummer 069 / 8088-0999 oder im Internet unter www.evo-ag.de/fernwaerme beraten lassen. Kunden der EVD können sich telefonisch unter der Rufnummer 06074/2113-000 oder per E-Mail (kundenzentrum@dietzenbach.de) an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kundenzentrums der Stadtwerke Dietzenbach wenden.