29. Februar 2024

„Klarer Kurs in unruhigen Zeiten“

EVO-Vorstandschef Meier: Mit voller Kraft für die Energiewende / Einsatz von Künstlicher Intelligenz

OFFENBACH, 29. Februar 2024. „Trotz der aktuell herausfordernden Zeiten ist das Aussetzen oder eine Verzögerung der Energiewende für uns keine Option. Wir behalten unseren klaren Kurs in Richtung Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 bei.“ Mit diesen Worten bekräftige der Vorstandsvorsitzende der Energieversorgung Offenbach AG (EVO), Dr. Christoph Meier, die Vorreiterrolle seines Unternehmens bei der regionalen Energiewende. „Die drei Buchstaben EVO stehen für den Ausbau erneuerbarer Energien und für Klimaschutz. Das ist unser Markenzeichen. Dafür arbeiten wir auch in den nächsten Jahren mit voller Kraft und hohem Tempo“, sagte der Vorstandschef bei der Bilanzpressekonferenz.

Nach Einschätzung von Dr. Meier haben die aktuellen globalen Krisenszenarien und Risiken deutlich gemacht, wie wichtig die Energiewende wirklich ist. Der möglichst schnelle Umstieg auf erneuerbare Energien sei nicht nur wegen des Klimawandels zwingend notwendig. „Wir haben auch erkannt, dass unser Land seinen Wohlstand nur aufrechterhalten kann, wenn wir unabhängiger von Energieimporten werden und den großen technischen Wandel, der sich gerade vollzieht, für uns nutzen“, urteilte Dr. Meier. „Generell benötigen wir mehr heimische Windkraft, mehr Photovoltaik und mehr grüne Fernwärme anstelle von Erdgas und Kohle“, machte der Vorstandschef in seinem Plädoyer für die Energiewende deutlich.

„Wir benötigen aufgrund der Krisen in aller Welt nachhaltige Energieträger, kurze Lieferketten und eine regionale Wertschöpfung. Das macht uns unabhängiger von Energieimporten, unabhängiger von der Preisentwicklung auf den weltweiten Energiemärkten​ und unabhängiger von politischen Risiken​“, urteilte Dr. Meier. Auf diesem Weg sei die EVO bereits gut vorangekommen: „Rund 130 Millionen Euro beträgt unsere regionale Wertschöpfung laut einer aktuellen Studie. In dieser Summe enthalten sind unter anderem Löhne und Gehälter, Mieten und Pachten, Gewinnausschüttungen, Investitionen, Steuern aller Art und Konzessionsabgaben. Zum Vergleich: Vor Corona lag diese Summe noch bei gut 100 Millionen Euro.“

Wie berichtet, wird die EVO in den nächsten Jahren eine Rekordsumme von mehreren hundert Millionen Euro in die Energiewende von Stadt und Kreis Offenbach investieren und damit die Versorgung der Menschen und Unternehmen mit nachhaltiger Energie sichern. Beim geplanten Ausbau des EVO-Energiewerks an der Autobahn 3 ist das Unternehmen jetzt einen wichtigen Schritt vorangekommen. Erst Anfang dieses Monats hatten die Offenbacher Stadtverordneten beschlossen, einen Bebauungsplan für die Gemarkung rund um das Energiewerk aufzustellen. Außerdem wurde der Magistrat beauftragt, die notwendige Änderung des Regionalplans Südhessen zu beantragen. Dem vorausgegangen war ein sogenannter Scoping-Termin mit allen beteiligten Verbänden und Behörden. „Wir danken allen Beteiligten für ihre Unterstützung. Der Beschluss ist für uns und die ganze Region ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft“, hob Dr. Meier hervor.

Das EVO-Energiewerk soll, wie berichtet, in den nächsten Jahren weiter optimiert und zum Innovationsstandort für die Dekarbonisierung ausgebaut werden. Die EVO will dort die Auskopplung von Abwärme deutlich erhöhen – ohne eine einzige Tonne Abfall mehr zu verbrennen. „Für uns ist es ein zentrales Thema: Wir wollen neue, nachhaltige Wärmequellen einbinden“, berichtete der Energiemanager.

Unter anderem sollen Anlagen für die Nutzung des Turbinen-Abdampfs und der Abwärme aus Rauchgasen errichtet und ein Fernwärmespeicher gebaut werden. Geplant ist darüber hinaus der Bau einer sogenannten Power-to-Heat-Anlage, mit der Wärme aus elektrischer Energie erzeugt werden kann; zu einem späteren Zeitpunkt soll eine Anlage zur Abscheidung des klimaschädlichen Kohlendioxids (Carbon Capture, Utilisation and Storage) folgen.

Die künftige Versorgung mit nachhaltig erzeugter Fernwärme erfordert zusätzliche Flächen am Energiewerk. Konkret geht es darum, eine Waldfläche von rund fünf Hektar umzuwidmen, damit zusätzliche Anlagen errichtet werden können.

Das zweite große Projekt zum Erreichen der Klimaneutralität ist die Erweiterung des 110-kV-Hochspannungsnetzes in Stadt und Kreis Offenbach. Wie der EVO-Technikvorstand Günther Weiß berichtete, haben die Arbeiten dafür bereits im Jahr 2021 begonnen. „Zunächst haben wir eine Trasse vom Umspannwerk im unterfränkischen Dettingen unter dem Main nach Seligenstadt zu unserem dortigen Umspannwerk verlegt. Danach begann die Ertüchtigung des Umspannwerks in Seligenstadt. Aktuell wird Weiß zufolge entlang der Mühlheimer Straße in Offenbach ein Hochspannungskabel verlegt. „Diese Trasse verstärkt unser Umspannwerk Ost und ist eine wichtige Verbindung für unser gesamtes Hochspannungs-Zukunftsnetz.“

Insgesamt wird in Stadt und Kreis Offenbach an Trassen auf einer Länge von 120 Kilometern gearbeitet, davon profitieren rund 500.000 Einwohner und 34.000 Unternehmen. Die Erweiterung ist zwingend notwendig – denn die Energiewende führt zu einer merklich erhöhten Nachfrage nach Strom aus erneuerbaren Quellen: Zum Beispiel nimmt die Zahl der E-Fahrzeuge rasch zu, zudem kann die Wärmewende mit Wärmepumpen nicht ohne sauberen Ökostrom funktionieren. In den vergangenen 15 Jahren ist zudem die Einwohnerzahl in der Boom-Region Offenbach um rund 45.000 gestiegen. Nach Worten des Technikvorstands Weiß „benötigen all diese Menschen Energie. Nicht zuletzt siedeln sich in der wirtschaftsstarken Region weitere Rechenzentren an. Insgesamt soll die Leistungsfähigkeit des Hochspannungsnetzes mehr als verdreifacht werden.“

Mit dem Geschäftsergebnis des Jahres 2023 zeigte sich der EVO-Vorstandsvorsitzende trotz aller Herausforderungen zufrieden: Der Jahresüberschuss beträgt 25,8 Millionen Euro. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Vorjahreswert von 76,1 Millionen Euro. Der hohe Wert des Vorjahres resultierte vor allem aus dem damaligen einmaligen Sondereffekt – dem Verkauf der EVO-Geschäftsanteile am Rechenzentrum MAIN DC und der mobiheat GmbH.

Die Umsatzerlöse der AG sind aufgrund steigender Preise und des deutlich höheren Materialeinsatzes stark gestiegen – auf 394,0 Millionen Euro nach 327,0 Millionen Euro im Vorjahr. Das ist eine Steigerung um 20,5 Prozent. Das Eigenkapital ist leicht von 190,1 auf 193,9 Millionen Euro gestiegen. Die Eigenkapitalquote beträgt nun rund 46 Prozent. Diese Quote lag im Vorjahr noch bei exakt 42 Prozent.

Die Bilanzsumme der AG liegt mit 421,7 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahresniveau von 453,0 Millionen Euro (minus 6,9 Prozent). „Das liegt vor allem daran, weil wir Verbindlichkeiten zurückgeführt haben“, sagte Dr. Meier.

In der EVO-Gruppe belaufen sich die Umsatzerlöse der EVO-Gruppe auf 569,5 Millionen Euro, nach 508,0 Millionen Euro im Vorjahr. Das Anlagevermögen ist mit 421,1 Millionen Euro ebenfalls deutlich gestiegen (Vorjahr: 403,9 Millionen Euro). Die Zahl der EVO-Beschäftigten in der Gruppe beträgt 649 zum Stichtag 30. September 2023. Im Vorjahr betrug diese Zahl noch 694. Die Verringerung resultiert im Wesentlichen aus der Veräußerung der Frassur GmbH und der MDW Muldendienst West GmbH mit insgesamt etwa 70 Beschäftigen.

Die Aktionäre erhalten für das Geschäftsjahr 2023 eine Dividende von 1,09 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,19 Euro). Das heißt: Rund 9,8 Millionen Euro fließen nun jeweils an die beiden Hauptaktionäre der EVO – die MVV Energie AG und die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH. Rund 640.000 Euro werden an die Anteilseigner aus dem Kreis der Belegschaft ausgeschüttet.

Laut Dr. Meier wird die EVO ihre ambitionierten Ziele der Zukunft nur mit Hilfe von guten Nachwuchskräften, gut ausgebildeten Fachkräften und mit Hilfe moderne Technik erreichen können. Dazu zähle zusätzliche Automatisierung, Digitalisierung und nicht zuletzt Künstliche Intelligenz (KI). Die EVO habe im vergangenen Jahr erstmals KI in die alltägliche Arbeit integriert und damit ihre Effizienz im Sinne der Kunden erhöht. Zum Beispiel bearbeitet eine KI seit Sommer 2023 die Genehmigung von sogenannten Balkonsolaranlagen. „Der Prozess hat sich seither massiv beschleunigt“, bekundete der EVO-Vorstandschef. Die Nachfrage für den Anschluss allein von PV-Anlagen habe sich bei der EVO seit dem Jahr 2019 um sage und schreibe 1.470 Prozent erhöht.

Mit dem System 360-Grad-StreetSmart lasse sich eine vollständige Aufnahme des Netzgebietes erstellen und in das geografische Informationssystem (GIS) integrieren. Damit könnten Netz- und Netzanschlussplanungen digital erfolgen, niemand müsse mehr für eine Vermessung von Objekten auf Straßen oder Plätzen das Büro verlassen, sagte Dr. Meier. Digital könnten auch Straßenschäden begutachtet oder der Zustand von Ampelanlagen bewertet werden. Die Stadt Rodgau und die Gemeinde Mainhausen nutzten das System bereits, Offenbach und Heusenstamm hätten bereits starkes Interesse signalisiert.

Für die Wärmewende habe die EVO einen „Digitalen Zwilling“ zur Abbildung der Wärmesituation in Offenbach, Neu-Isenburg, Heusenstamm und Dietzenbach aufgebaut. Mit diesem Tool kann ihm zufolge für nahezu jedes Gebäude der Wärmebedarf und die Art der Wärmeversorgung berechnet und zugeordnet werden. Dr. Meier: „Auf dieser Basis können Stadtviertel identifiziert werden, die wirtschaftlich erschlossen werden können. Das sind wichtige Informationen auch für den Fernwärme-Ausbau.“ In den nächsten Wochen werde die EVO zudem ein digitales Portal für die Installationstechnik einführen, über das Kunden etwa Anfragen und Anmeldungen für Wallboxen, Wärmepumpen und PV-Anlagen stellen könnten. Das Portal sei auch für Elektro-Installateure gedacht.

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